Chvrches: Neue alte Klänge | Stefan Herber

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Monday, 5. August 2013Blog, Musik 0 Comments
Chvrches: Neue alte Klänge

Ich mach’s Euch leicht: Der Name der Band Chvchres lautet ausgesprochen schlicht und einfach Churches. Kein Grund, die Kirche im Dorf zu lassen: Wir werden noch sehr viel von dieser Band hören. Versprochen.

Kein Album und jede Menge Euphorie

Chvrches bestehen aus Lain Cook, dem ehemaligen Gitarristen der Post-Rock-Band Aerogramme, Martin Doherty, ein weitestgehend unbeschriebener Tourmusiker von Twilight Sad und der noch unbeschriebeneren Sängerin Lauren Mayberry. Da aber seit jeher zu Anfangs hinter jeder großen Idee immer ein unbeschriebenes Blatt stand, brauchen Chvrches auch keine Angst vor dem Horror Vacui zu haben.

Den ersten Schritt dazu haben die beiden Herren getan: sie haben sich ihre Gitarren abgeschnallt und gegen Synthesizer eingetauscht. Gemeinsam mit der aufreizenden Stimme von Mayberry, die optisch erst einmal einem etwas schüchternen Mauerblümchen anmutet, entstand so scheinbar über Nacht eine luftig leichte Elektropop-Band, deren Kritiker sich noch vor ihrem Debütalbum geradezu überschlagen. Es werden ungeniert Vergleiche zu Robyn und The Knife aufgestellt.

Ein hübsches Paket Synthie-Pop

Ihre erste Tour als Support durften Chvrches mit Passion Pit feiern, später ging es für einige Termine mit Depeche Mode auf Reise. Und doch sind Chvrches keine Band, die die Welt in Brand stecken werden. Sie lassen aber völlig dreist den Synthie-Pop der 80er-Jahre wiederauferstehen, verpacken ihn mit jeder Menge Selbstbewusstsein und wickeln mit der liebreizenden Stimme von Lauren Mayberry ein buntes Schleifchen drum herum. Ein hübsches Paket, das Spaß macht, es auszupacken und zu entdecken.

Ja ja, schon gut. Das Konzept ist so nicht ganz neu, man denke an Bands wie The Naked And Famous. Chvrches jedoch bringen diesen Sound endlich auf den Punkt: retro, modern, melancholisch und euphorisch zugleich. Davon überzeugen kann man sich im Oktober live in den Städten Köln, München und Berlin. Vorab gibt es dann aber noch das Debütalbum „The Bones of What You Believe“, das hierzulande am 23. September erscheinen wird. Spätestens dann werden die Glocken für Chvrches läuten.

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